SEPA Glossar: Alle Fachbegriffe von A bis Z

Das umfassende Nachschlagewerk zu allen wichtigen Begriffen rund um SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und den europäischen Zahlungsverkehr. Alphabetisch sortiert und verständlich erklärt.

A

Ausführungsdatum

Das Datum, an dem eine Zahlung (Überweisung oder Lastschrift) von der Bank ausgeführt wird. Bei SEPA-Lastschriften entspricht das Ausführungsdatum dem Fälligkeitsdatum (Requested Collection Date). Bei Überweisungen ist es der Tag, an dem der Betrag dem Empfängerkonto gutgeschrieben werden soll.

Abbuchungsauftrag

Ein Vorgängerverfahren der SEPA-Lastschrift im deutschen Zahlungsverkehr. Der Abbuchungsauftrag wurde durch das SEPA B2B-Lastschriftverfahren abgelöst und ist seit der SEPA-Migration nicht mehr verfügbar.

B

BIC (Business Identifier Code)

Der BIC (auch SWIFT-Code genannt) ist eine international standardisierte Bankkennung mit 8 oder 11 Stellen. Er identifiziert ein Kreditinstitut weltweit eindeutig. Im innerdeutschen und innereuropäischen SEPA-Zahlungsverkehr ist die Angabe des BIC seit 2016 nicht mehr verpflichtend -- die IBAN reicht aus (IBAN-only).

Batch-Booking

Ein Kennzeichen in der SEPA-XML-Datei, das steuert, ob die enthaltenen Transaktionen als Sammelbuchung (true) oder als Einzelbuchungen (false) auf dem Kontoauszug erscheinen. Bei BatchBooking = true wird nur ein Gesamtbetrag gebucht, bei false erscheint jede Transaktion einzeln.

B2B (Business-to-Business)

Das SEPA B2B-Lastschriftverfahren ist für den Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen konzipiert. Im Gegensatz zum CORE-Verfahren hat der Zahler kein Recht auf Erstattung (Refund), und die Schuldnerbank ist verpflichtet, die Mandatsdaten zu prüfen. Mehr dazu unter SEPA Lastschrift.

C

CORE

Das SEPA CORE-Lastschriftverfahren (auch Basislastschrift genannt) ist das Standardverfahren für Lastschriften im SEPA-Raum. Es steht sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen offen. Der Zahler hat ein 8-wöchiges Erstattungsrecht (Refund) ab dem Belastungsdatum.

Credit Transfer (Überweisung)

Englische Bezeichnung für eine SEPA-Überweisung. Der Zahlungspflichtige beauftragt seine Bank, einen Betrag an den Zahlungsempfänger zu überweisen. Das zugehörige XML-Format ist pain.001.

Creditor-ID (Gläubiger-ID)

Die eindeutige Identifikationsnummer eines Lastschrifteinreichers im SEPA-Raum. In Deutschland wird sie kostenlos bei der Deutschen Bundesbank beantragt. Ausführliche Informationen unter Gläubiger-ID.

Cut-off-Zeit

Der späteste Zeitpunkt, zu dem eine Bank SEPA-Dateien zur Verarbeitung entgegennimmt. Die Cut-off-Zeit variiert je nach Bank und liegt typischerweise zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Nach der Cut-off-Zeit eingereichte Dateien werden erst am nächsten Bankarbeitstag verarbeitet. Details unter SEPA Fristen.

Clearing

Der Prozess der Verrechnung von Zahlungen zwischen Banken. Im SEPA-Raum wird das Clearing durch sogenannte Clearing- und Settlement-Mechanismen (CSM) abgewickelt, z. B. durch die EBA CLEARING (STEP2) oder nationale Clearinghäuser.

D

Direct Debit (Lastschrift)

Englische Bezeichnung für das SEPA-Lastschriftverfahren. Der Zahlungsempfänger (Gläubiger) zieht auf Basis eines Mandats einen Betrag vom Konto des Zahlungspflichtigen (Schuldner) ein. Das zugehörige XML-Format ist pain.008.

Due Date (Fälligkeitsdatum)

Das gewünschte Belastungsdatum einer SEPA-Lastschrift, auch Requested Collection Date genannt. An diesem Tag wird der Betrag vom Konto des Zahlers abgebucht. Das Fälligkeitsdatum muss unter Berücksichtigung der Vorlaufzeiten gewählt werden und auf einen TARGET-Geschäftstag fallen.

E

EPC (European Payments Council)

Das European Payments Council ist das Koordinierungsgremium der europäischen Zahlungsdienstleister. Der EPC entwickelt und verwaltet die SEPA-Regelwerke (Rulebooks) für Überweisungen und Lastschriften und legt die technischen Standards fest.

Einzugsermächtigung

Ein Vorgängerverfahren der SEPA-Lastschrift im deutschen Zahlungsverkehr. Die Einzugsermächtigung wurde durch das SEPA CORE-Lastschriftverfahren abgelöst. Bestehende Einzugsermächtigungen wurden im Rahmen der SEPA-Migration automatisch in SEPA-Mandate umgewandelt.

End-to-End-ID

Eine eindeutige Referenz, die vom Zahlungseinreicher vergeben wird und den gesamten Zahlungsprozess durchläuft -- von der Einreichung bis zum Kontoauszug des Empfängers. Sie dient der Zuordnung einer Zahlung und darf maximal 35 Zeichen lang sein.

F

Fälligkeitsdatum

Siehe Due Date. Das Datum, an dem eine SEPA-Lastschrift vom Konto des Zahlungspflichtigen eingezogen werden soll. In der XML-Datei als <ReqdColltnDt> hinterlegt.

FNAL (Final)

Ein Sequenztyp für SEPA-Lastschriften. FNAL kennzeichnet die letzte Lastschrift einer wiederkehrenden Serie. Nach einer FNAL-Lastschrift dürfen unter derselben Mandatsreferenz keine weiteren Einzüge erfolgen.

FRST (First)

Ein Sequenztyp für SEPA-Lastschriften. FRST kennzeichnet die erste Lastschrift unter einem neuen Mandat. Für FRST-Lastschriften gelten längere Vorlaufzeiten als für Folgelastschriften (RCUR).

G

Gläubiger-ID (Creditor Identifier)

Die eindeutige Kennung eines SEPA-Lastschrifteinreichers. In Deutschland wird sie kostenlos bei der Deutschen Bundesbank beantragt. Die Gläubiger-ID ist Pflichtbestandteil jedes SEPA-Mandats und jeder Lastschrift-XML-Datei. Alles Weitere unter Gläubiger-ID.

GroupHeader

Der erste Block einer SEPA-XML-Datei. Der GroupHeader (<GrpHdr>) enthält Metadaten wie die Message-ID, das Erstellungsdatum, die Anzahl der Transaktionen und den Gesamtbetrag. Jede SEPA-XML-Datei hat genau einen GroupHeader.

I

IBAN (International Bank Account Number)

Die internationale Bankkontonummer ist die standardisierte Kontokennung im SEPA-Raum. Sie besteht aus Länderkennzeichen, Prüfziffer und nationaler Kontonummer. In Deutschland umfasst die IBAN 22 Stellen. Ausführliche Informationen unter IBAN & BIC.

Inkasso

Im SEPA-Kontext bezeichnet Inkasso das Einziehen von Forderungen per Lastschrift. Die Inkassovereinbarung (auch Lastschriftvereinbarung) zwischen Gläubiger und seiner Bank regelt die Bedingungen, unter denen der Gläubiger SEPA-Lastschriften einreichen darf.

Interbankenentgelt (Interchange Fee)

Eine Gebühr, die zwischen den beteiligten Banken bei der Verarbeitung einer Transaktion anfällt. Im SEPA-Lastschriftverfahren ist das reguläre Interbankenentgelt seit 2012 auf null festgesetzt. Bei R-Transaktionen können jedoch Interbankenentgelte anfallen.

Interbank Settlement Date

Das Datum, an dem die Verrechnung einer Zahlung zwischen den beteiligten Banken über das Clearingsystem erfolgt. Bei SEPA-Lastschriften entspricht dieses Datum in der Regel dem Fälligkeitsdatum.

K

Kontoauszug

Die Aufstellung aller Kontobewegungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Bei SEPA-Lastschriften werden auf dem Kontoauszug des Zahlers die Gläubiger-ID, die Mandatsreferenz und der Verwendungszweck angezeigt, sodass der Zahler den Einzug zuordnen kann.

L

Lastschrift

Ein Zahlungsinstrument, bei dem der Zahlungsempfänger (Gläubiger) den Zahlungsvorgang auslöst und einen Betrag vom Konto des Zahlungspflichtigen (Schuldner) einzieht. Voraussetzung ist ein gültiges Mandat. Siehe SEPA Lastschrift für Details.

Local Instrument

Ein Feld in der SEPA-XML-Datei, das das verwendete Lastschriftverfahren angibt. Mögliche Werte sind CORE (Basislastschrift), B2B (Firmenlastschrift) und COR1 (verkürzte Basislastschrift, mittlerweile in CORE aufgegangen).

M

Mandat (SEPA-Lastschriftmandat)

Die rechtliche Ermächtigung des Zahlers an den Gläubiger, Beträge von seinem Konto per Lastschrift einzuziehen, sowie die Weisung an seine Bank, diese Lastschriften einzulösen. Pflichtangaben, Gültigkeit und Verwaltung unter SEPA Mandat.

Mandatsreferenz (Mandate Reference)

Eine vom Gläubiger vergebene eindeutige Kennung für jedes Mandat. Die Mandatsreferenz darf bis zu 35 alphanumerische Zeichen umfassen und bildet zusammen mit der Gläubiger-ID den Primärschlüssel zur Identifikation eines Mandats.

Message-ID

Eine eindeutige Kennung für jede SEPA-XML-Datei, die im GroupHeader als <MsgId> angegeben wird. Die Message-ID muss innerhalb eines bestimmten Zeitraums eindeutig sein und darf maximal 35 Zeichen umfassen. Sie dient der Identifikation und Nachverfolgung der Datei.

N

Nachricht (Message)

Im SEPA-Kontext bezeichnet eine Nachricht eine vollständige XML-Datei, die Zahlungsaufträge enthält. Jede Nachricht hat einen GroupHeader und einen oder mehrere PaymentInformation-Blöcke.

O

OOFF (One-Off)

Ein Sequenztyp für einmalige SEPA-Lastschriften. OOFF kennzeichnet eine Lastschrift, die nur ein einziges Mal eingezogen wird. Für OOFF-Lastschriften gelten dieselben Vorlaufzeiten wie für Erstlastschriften (FRST).

P

pain.001 (Payment Initiation)

Das XML-Nachrichtenformat für SEPA-Überweisungen (Credit Transfers). Der Name steht für Payment Initiation. Die gängigste Version ist pain.001.003.03 (DK-Version für Deutschland) bzw. pain.001.001.03 (EPC-Version). Details unter SEPA XML Format.

pain.008 (Payment Initiation)

Das XML-Nachrichtenformat für SEPA-Lastschriften (Direct Debits). Die gängigste Version ist pain.008.003.02 (DK-Version) bzw. pain.008.001.02 (EPC-Version). Jede pain.008-Datei enthält mindestens einen GroupHeader und einen PaymentInformation-Block.

PaymentInformation (PmtInf)

Ein Block innerhalb einer SEPA-XML-Datei, der eine Gruppe von Zahlungsaufträgen zusammenfasst. Jeder PaymentInformation-Block enthält gemeinsame Angaben wie Gläubiger-ID, Fälligkeitsdatum und Sequenztyp sowie die einzelnen Transaktionen (<DrctDbtTxInf>).

Pre-Notification (Vorabankündigung)

Die Pflicht des Gläubigers, den Zahler vor dem Einzug einer SEPA-Lastschrift über den bevorstehenden Einzug zu informieren. Die Pre-Notification muss den Betrag, das Fälligkeitsdatum, die Gläubiger-ID und die Mandatsreferenz enthalten und mindestens 14 Kalendertage vor dem Einzug erfolgen (sofern keine kürzere Frist vereinbart wurde).

R

R-Transaktion

Sammelbezeichnung für Rückgabe- und Ablehnungsprozesse im SEPA-Verfahren: Return, Refund, Reject, Reversal und Revocation. Jeder Typ hat eigene Fristen, Auslöser und Konsequenzen. Ausführliche Erklärung unter R-Transaktionen.

RCUR (Recurring)

Ein Sequenztyp für wiederkehrende SEPA-Lastschriften. RCUR wird ab der zweiten Lastschrift unter einem Mandat verwendet (nach der Erstlastschrift FRST). Für RCUR-Lastschriften gelten in der Regel kürzere Vorlaufzeiten als für FRST.

Reason Code

Ein standardisierter Code, der den Grund für eine R-Transaktion angibt. Beispiele: AC04 (Konto aufgelöst), AM04 (unzureichende Deckung), MD01 (kein gültiges Mandat), MS02 (Reason not specified by customer), SL01 (spezifisches Servicelevel).

Return (Rückgabe)

Die Rückgabe einer bereits verrechneten SEPA-Lastschrift durch die Schuldnerbank innerhalb von 5 (CORE) bzw. 3 (B2B) TARGET-Geschäftstagen nach dem Settlement. Siehe R-Transaktionen.

Rulebook

Das vom EPC herausgegebene Regelwerk, das die Rechte und Pflichten aller Teilnehmer am SEPA-Zahlungsverkehr definiert. Es gibt separate Rulebooks für SEPA Credit Transfer, SEPA Direct Debit CORE und SEPA Direct Debit B2B.

S

SEPA (Single Euro Payments Area)

Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem grenzüberschreitende Euro-Zahlungen nach denselben Regeln und Standards abgewickelt werden wie Inlandszahlungen. SEPA umfasst 41 Länder und Gebiete. Alles Weitere unter Was ist SEPA?.

Sequenztyp (Sequence Type)

Ein Pflichtfeld in der SEPA-Lastschrift, das die Art des Einzugs beschreibt. Es gibt vier Sequenztypen: FRST (Erstlastschrift), RCUR (Folgelastschrift), OOFF (Einmallastschrift) und FNAL (letzte Lastschrift einer Serie).

Settlement

Die endgültige Verrechnung einer Zahlung zwischen den beteiligten Banken. Nach dem Settlement ist die Zahlung unwiderruflich. Im SEPA-Lastschriftverfahren erfolgt das Settlement am Fälligkeitsdatum über das jeweilige Clearingsystem.

SDD (SEPA Direct Debit)

Abkürzung für SEPA Direct Debit, also das SEPA-Lastschriftverfahren. Es gibt zwei Varianten: SDD CORE (Basislastschrift) und SDD B2B (Firmenlastschrift).

SCT (SEPA Credit Transfer)

Abkürzung für SEPA Credit Transfer, also die SEPA-Überweisung. Varianten sind SCT (Standard), SCT Inst (Instant Payment) und die klassische Eilüberweisung.

T

TARGET2

Das Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System ist das Echtzeit-Zahlungsverkehrssystem der Europäischen Zentralbank. TARGET2 wickelt Großbetragszahlungen zwischen Banken ab und definiert den TARGET2-Kalender, der festlegt, an welchen Tagen Zahlungen verarbeitet werden (TARGET-Geschäftstage). Details unter SEPA Fristen.

TARGET-Geschäftstag

Ein Bankarbeitstag, an dem das TARGET2-System Zahlungen verarbeitet. TARGET-Geschäftstage sind alle Wochentage außer Samstag, Sonntag sowie bestimmte Feiertage (1. Januar, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, 25. und 26. Dezember).

U

Überweisung (Credit Transfer)

Ein Zahlungsinstrument, bei dem der Zahler seine Bank beauftragt, einen Betrag an den Zahlungsempfänger zu überweisen. Im SEPA-Raum gibt es die Standardüberweisung, die Eilüberweisung und das Instant Payment. Mehr dazu unter SEPA Überweisung.

Ultimate Creditor

Der letztendliche Zahlungsempfänger, falls dieser vom einreichenden Gläubiger abweicht. Dieses optionale Feld in der SEPA-XML-Datei wird beispielsweise genutzt, wenn ein Zahlungsdienstleister Lastschriften im Auftrag eines anderen Unternehmens einreicht.

Ultimate Debtor

Der letztendliche Zahlungspflichtige, falls dieser vom Kontoinhaber abweicht. Optionales Feld in der SEPA-XML-Datei, das zur zusätzlichen Identifikation verwendet werden kann.

V

Vorlaufzeit

Die Mindestanzahl an TARGET-Geschäftstagen, die zwischen der Einreichung einer SEPA-Lastschrift bei der Bank und dem Fälligkeitsdatum liegen müssen. Die Vorlaufzeiten unterscheiden sich je nach Lastschriftverfahren (CORE/B2B) und Sequenztyp (FRST/RCUR). Aktuelle Fristen unter SEPA Fristen.

Verwendungszweck (Remittance Information)

Ein Textfeld in der SEPA-Zahlung, das der Zuordnung der Zahlung beim Empfänger dient. Im SEPA-Verfahren sind maximal 140 Zeichen erlaubt. Der Verwendungszweck wird in der XML-Datei im Element <RmtInf> angegeben.

W

Widerruf (Revocation)

Im SEPA-Kontext kann Widerruf zwei Bedeutungen haben: (1) Der Widerruf eines Mandats durch den Zahler, wodurch keine weiteren Lastschriften eingezogen werden dürfen. (2) Der Widerruf einer bereits eingereichten Lastschrift durch den Gläubiger vor dem Settlement (Revocation). Siehe R-Transaktionen.

X

XML (Extensible Markup Language)

Das standardisierte Datenformat für SEPA-Zahlungsdateien. SEPA-Überweisungen werden im Format pain.001, SEPA-Lastschriften im Format pain.008 übermittelt. Die XML-Struktur basiert auf dem ISO-20022-Standard. Alles zum Aufbau unter SEPA XML Format.

XSD (XML Schema Definition)

Eine XSD-Datei definiert die erlaubte Struktur und die Validierungsregeln einer XML-Datei. Banken und Clearinghäuser validieren eingereichte SEPA-XML-Dateien gegen die offizielle XSD-Schemadefinition. Dateien, die nicht konform sind, werden mit einem Reject abgelehnt.

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