IBAN & BIC – Aufbau, Prüfziffern & Beispiele

IBAN und BIC sind die zentralen Identifikationsmerkmale im europäischen Zahlungsverkehr. Erfahren Sie, wie diese Nummern aufgebaut sind, wie die Prüfziffer berechnet wird und wann der BIC noch benötigt wird.

Was ist die IBAN?

Die IBAN (International Bank Account Number) ist eine international standardisierte Kontonummer, die jedes Bankkonto innerhalb des SEPA-Raums und darüber hinaus eindeutig identifiziert. Sie wurde eingeführt, um grenzüberschreitende Zahlungen zu vereinfachen und Fehler bei der Kontozuordnung zu vermeiden.

Die IBAN ersetzt die früher in Deutschland gebräuchliche Kombination aus Bankleitzahl (BLZ) und Kontonummer. Seit dem 1. Februar 2014 ist die IBAN für alle SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften im geschäftlichen Verkehr verpflichtend. Für Privatkunden galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016.

Der Standard wird von der ISO 13616 definiert und durch das European Committee for Banking Standards (ECBS) verwaltet. Weltweit nutzen über 80 Länder das IBAN-Format, wobei die Länge je nach Land zwischen 15 und 34 Zeichen variiert.

Aufbau der IBAN

Jede IBAN folgt einem einheitlichen Schema, das sich aus vier Bestandteilen zusammensetzt:

Position
Bestandteil
Beschreibung
Beispiel (DE)
Stelle 1–2 Länderkennzeichen Zweistelliger ISO-3166-Alpha-2-Code des Landes DE
Stelle 3–4 Prüfziffer Zweistellige Prüfzahl zur Validierung 89
Stelle 5–12 Bankleitzahl (BLZ) Identifikation des Kreditinstituts 37040044
Stelle 13–22 Kontonummer Individuelle Kontonummer (ggf. mit führenden Nullen) 0532013000

In Deutschland ergibt sich damit immer eine IBAN mit 22 Stellen. Die IBAN wird üblicherweise in Vierergruppen dargestellt, um die Lesbarkeit zu verbessern: DE89 3704 0044 0532 0130 00. Bei der elektronischen Übermittlung werden die Leerzeichen entfernt.

IBAN-Länge nach Land

Die Gesamtlänge der IBAN unterscheidet sich von Land zu Land erheblich. Der Grund: Die nationale Kontostruktur (Bankleitzahl, Kontonummer, ggf. Filialcode) wird in die IBAN übernommen und hat je nach Land unterschiedlich viele Stellen.

Land
Länderkennzeichen
IBAN-Länge
Nationale Struktur
Deutschland DE 22 Stellen 8-stellige BLZ + 10-stellige Kontonr.
Österreich AT 20 Stellen 5-stellige BLZ + 11-stellige Kontonr.
Schweiz CH 21 Stellen 5-stellige BC-Nr. + 12-stellige Kontonr.
Frankreich FR 27 Stellen 5-st. Bankcode + 5-st. Filiale + 11-st. Kontonr. + 2-st. Prüfz.
Niederlande NL 18 Stellen 4-stelliger Bankcode + 10-stellige Kontonr.
Spanien ES 24 Stellen 4-st. Bankcode + 4-st. Filiale + 2-st. Prüfz. + 10-st. Kontonr.
Italien IT 27 Stellen 1-st. CIN + 5-st. ABI + 5-st. CAB + 12-st. Kontonr.
Belgien BE 16 Stellen 3-stelliger Bankcode + 7-stellige Kontonr. + 2-st. Prüfz.
Luxemburg LU 20 Stellen 3-stelliger Bankcode + 13-stellige Kontonr.

Prüfziffernberechnung

Die zweistellige Prüfziffer an Position 3 und 4 der IBAN dient dazu, Tippfehler zuverlässig zu erkennen. Sie wird nach dem Verfahren ISO 7064 (Modulo 97-10) berechnet. Der Algorithmus funktioniert folgendermaßen:

  1. Umstellen: Die ersten vier Zeichen (Länderkennzeichen + Prüfziffer) werden an das Ende verschoben. Für die Berechnung wird die Prüfziffer vorläufig auf 00 gesetzt.
  2. Buchstaben ersetzen: Jeder Buchstabe wird in eine Zahl umgewandelt: A = 10, B = 11, ..., Z = 35.
  3. Modulo 97 berechnen: Die entstandene Zahl wird durch 97 geteilt. Der Rest wird ermittelt.
  4. Prüfziffer ableiten: Die Prüfziffer ergibt sich aus 98 - Rest. Das Ergebnis wird ggf. mit einer führenden Null auf zwei Stellen aufgefüllt.

Beispiel: Für die IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00 wird die umgestellte Zeichenkette 370400440532013000DE00 gebildet. Nach Ersetzung von D = 13 und E = 14 ergibt sich die Zahl 370400440532013000131400. Modulo 97 ergibt den Rest 9, und 98 - 9 = 89 ergibt die Prüfziffer.

Dieses Verfahren erkennt alle Einzelfehler und die meisten Vertauschungsfehler. Die Erkennungsrate liegt bei über 99 %. SEPApro führt diese Validierung automatisch beim Import von Zahlungsdaten durch.

Was ist der BIC/SWIFT-Code?

Der BIC (Business Identifier Code), auch als SWIFT-Code bekannt, ist ein international standardisierter Code, der ein Kreditinstitut weltweit eindeutig identifiziert. Er wird von der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) vergeben und verwaltet.

Während die IBAN ein einzelnes Konto identifiziert, dient der BIC der Identifikation der Bank selbst. Der BIC wird insbesondere für den internationalen Zahlungsverkehr außerhalb des SEPA-Raums benötigt und war bis Februar 2016 auch für grenzüberschreitende SEPA-Zahlungen erforderlich.

Aufbau des BIC

Ein BIC besteht aus 8 oder 11 alphanumerischen Zeichen und ist nach ISO 9362 standardisiert:

Position
Bestandteil
Beschreibung
Beispiel
Stelle 1–4 Bankcode Kürzel der Bank (frei wählbar) COBА
Stelle 5–6 Ländercode ISO-3166-Alpha-2-Ländercode DE
Stelle 7–8 Ortscode Codierung des Standorts FF
Stelle 9–11 Filialcode Optional; Identifikation einer Filiale (XXX = Hauptstelle) XXX

Beispiel: Der BIC COBADEFFXXX steht für die Commerzbank (COBA) in Deutschland (DE), Frankfurt (FF), Hauptstelle (XXX). Ein 8-stelliger BIC wie COBADEFF bezeichnet automatisch die Hauptstelle.

Bekannte BICs deutscher Banken sind unter anderem: COBADEFFXXX (Commerzbank), DEUTDEDBFRA (Deutsche Bank), PBNKDEFF (Postbank) und GENODEF1S06 (Sparkassen).

Wann ist der BIC noch nötig?

Mit der Umsetzung der EU-Verordnung Nr. 260/2012 wurde die Angabe des BIC für SEPA-Zahlungen schrittweise abgeschafft:

  • Ab 1. Februar 2014: Für inländische SEPA-Zahlungen war der BIC nicht mehr erforderlich.
  • Ab 1. Februar 2016: Auch für grenzüberschreitende SEPA-Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums entfiel die BIC-Pflicht. Die Bank des Empfängers wird automatisch anhand der IBAN ermittelt (sogenanntes IBAN-Only-Verfahren).

Der BIC wird heute nur noch in folgenden Fällen benötigt:

  • Zahlungen außerhalb des SEPA-Raums: Bei Überweisungen in Länder, die nicht am SEPA-Verfahren teilnehmen (z. B. USA, Asien), ist der BIC/SWIFT-Code weiterhin verpflichtend.
  • Eilüberweisungen über SWIFT: Zahlungen, die über das SWIFT-Netzwerk statt über SEPA abgewickelt werden.
  • Bestimmte Altverträge: Einige ältere Lastschriftmandate enthalten noch den BIC. Dieser darf weiterhin angegeben werden, ist aber nicht mehr zwingend erforderlich.

In der Praxis bedeutet das: Für alle Überweisungen und Lastschriften innerhalb des SEPA-Raums reicht die IBAN allein vollständig aus. SEPApro leitet den BIC bei Bedarf automatisch aus der IBAN ab.

IBAN-Beispiele nach Land

Die folgende Tabelle zeigt Beispiel-IBANs für verschiedene SEPA-Länder. Beachten Sie, dass diese Beispiele der korrekten Struktur folgen, aber fiktive Konten darstellen:

Land
Beispiel-IBAN
Formatiert
Deutschland DE89370400440532013000 DE89 3704 0044 0532 0130 00
Österreich AT611904300234573201 AT61 1904 3002 3457 3201
Schweiz CH9300762011623852957 CH93 0076 2011 6238 5295 7
Frankreich FR7630006000011234567890189 FR76 3000 6000 0112 3456 7890 189
Niederlande NL91ABNA0417164300 NL91 ABNA 0417 1643 00
Spanien ES9121000418450200051332 ES91 2100 0418 4502 0005 1332
Italien IT60X0542811101000000123456 IT60 X054 2811 1010 0000 0123 456
Belgien BE68539007547034 BE68 5390 0754 7034
Luxemburg LU280019400644750000 LU28 0019 4006 4475 0000
Irland IE29AIBK93115212345678 IE29 AIBK 9311 5212 3456 78

Häufige Fragen zu IBAN & BIC

Wie viele Stellen hat eine deutsche IBAN?

Eine deutsche IBAN hat immer genau 22 Stellen. Sie beginnt mit dem Länderkennzeichen DE, gefolgt von einer zweistelligen Prüfziffer, der achtstelligen Bankleitzahl und der zehnstelligen Kontonummer. Kürzere Kontonummern werden mit führenden Nullen aufgefüllt.

Brauche ich den BIC für Überweisungen innerhalb der EU?

Nein. Seit Februar 2016 ist die Angabe des BIC für SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften innerhalb des gesamten SEPA-Raums nicht mehr erforderlich. Die IBAN reicht als alleiniges Identifikationsmerkmal aus. Der BIC wird nur noch für Zahlungen außerhalb des SEPA-Raums benötigt.

Wo finde ich meine IBAN?

Ihre IBAN finden Sie an folgenden Stellen:

  • Auf Ihren Kontoauszügen (meist im Kopfbereich)
  • In Ihrem Online-Banking unter den Kontodetails
  • Auf der Rückseite Ihrer Bankkarte (EC-/Girocard)
  • In den Vertragsunterlagen Ihrer Bank

Kann ich eine IBAN auf Gültigkeit prüfen?

Ja. Anhand der Prüfziffer (Stelle 3 und 4) lässt sich rechnerisch feststellen, ob eine IBAN formal korrekt ist. Dies schützt vor Tippfehlern bei der Eingabe. Allerdings sagt eine gültige Prüfziffer nichts darüber aus, ob das Konto tatsächlich existiert. SEPApro führt diese Validierung automatisch beim Import von Zahlungsdaten durch und weist fehlerhafte IBANs sofort aus.

Was passiert bei einer falschen IBAN?

Eine formal ungültige IBAN (falsche Prüfziffer) wird von der Bank abgelehnt und die Zahlung nicht ausgeführt. Falls die IBAN formal gültig ist, aber ein anderes Konto adressiert, kann die Zahlung auf dem falschen Konto landen. In diesem Fall muss die Rückerstattung über die beteiligten Banken eingeleitet werden. Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung vor dem Versand besonders wichtig.

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